Lohnt sich der Lufthansa Miles & More Status Frequent Traveller Status?

January 26, 2021

Lohnt sich der Lufthansa Miles & More Status Frequent Traveller Status?

Das Jahr hat gerade angefangen und nach dem Status ist vor dem Status. Viele haben jetzt erst realisiert, dass durch das letzte Jahr Statusträume geplatzt sind. Deshalb schaue ich mir das Thema mit den „alten Regeln“ genauer an, welche noch bis 2023? gelten.

Die Fragen, welche sich viele auch in den Foren stellen, sind: „Lohnt sich ein Lufthansa Miles & More Status? Soll ich nicht lieber bei einer anderen Fluggesellschaft sammeln und den Status schneller erreichen?“ So sind die Statusvorteile innerhalb der Star Alliance doch vergleichbar. Also warum soll ich die Lufthansa Miles & More Senator Karte einer SAS Eurobonus Gold Karte vorziehen? In diesem Artikel wird es keinen direkten Vergleich geben, den werde ich an anderer Stelle vornehmen. Wer also hier einen Vergleich sucht ist falsch und sollte auf den Artikel warten. Wer aber einen tiefen Einblick in die Lufthansa Miles & More Welt sehen möchte, sollte sich hier die Zeilen durchlesen. Wir starten mit dem Lufthansa Miles & More Frequent Traveller Status

Den Status gibt es nicht nur für den, der viel fliegt, sondern auch wenn man clever fliegt. Selbst den Senator Status kann man mit zwei Reisen schon erfliegen und die Vorteile mehr als zwei Jahre nutzen, wenn man den Status das erste Mal erreicht. Aber wie immer im Leben: der Reihe nach und der erste Status ist der Frequent Traveller Status oder abgekürzt FTL.

 

 

Lufthansa Miles & More Frequent Traveller

Qualifizierung:

Die erste Staustufe erhält man nach 35.000 Statusmeilen oder 30 Segmenten. Je nach Buchungsklasse und Strecke, ist die Meilenausbeute sehr gering. Bei einem Flug von Hamburg nach München gibt es in der Economy und Buchungsklasse K nur 125 Statusmeilen, aber pro Strecke zumindest ein Segment. So sind die Kosten bei mehreren 1.000 Euro und machen diese Karte auch sehr teuer. Es geht auch „quick & dirty“ mit einen First Class Flug Frankfurt nach Sao Paulo. Dieser bringt einem auf einen Schlag von 0 auf Frequent Traveller, aber kostet deutlich mehr als 6.500 Euro. Durch einen First Class Sale, mit Abflug außerhalb Deutschlands, kann man die Kosten dieses Fluges auf unter 3.000 Euro drücken.

Die kostenschonendste Art an diesen Status zu kommen existiert über die 30 Segmente-Regel und ist schon unter 1000 Euro möglich. Mit etwas mehr Aufwand ist es sogar möglich diesen mit der Hälfte an Kosten zu erfliegen und so im Bereich, um die 500 Euro zu liegen. Günstige Segmente kann man mit den 29 Euro Tickets von Eurowings erfliegen oder über Flüge mit der LOT in Polen. Auch kann der FTL einmalig verlängert werden und kostet 500 Euro.

Gültigkeit & Requalifizierung:

Der FTL Status ist mindestens zwei volle Jahre gültig. Ihr erfliegt den Status in 2021, dann ist der Status bis 02/24 (Februar 2024) gültig. Den Status muss man dann im Jahr 2022 oder 2023 mit 35.000 Statusmeilen oder 30 Segmenten erneuern. Wer sich also anno 2022 qualifiziert, hat in 2023 somit das sogenannte „tote Jahr“. Wer in beiden Jahren z. B. 2022 und 2023 die 35.000 Meilen oder 30 Segmente knackt, hat keinen Vorteil außer mehr Punkte. Die Requalifizierung mit Punkten geht schneller, da man nun auch den Executive Bonus nutzen kann.

Qualifizierung & Requalifizierung über Segmente

Die Qualifizierung über die Segmente ist eigentlich eine Promotion, welche jederzeit beendet werden kann. Diese „Silber Promotion“ ist aber mittlerweile ein Kriterium der Qualifikation & Requalifikation des Frequent Traveller Status und somit wird diese uns bis zur Änderung der Regeln wohl begleiten. Wichtig ist auch, dass nur die Segmente auf Flügen von folgenden Fluggesellschaften zählen:

  • Air Dolomiti
  • Austrian Airlines
  • Brussels Airlines
  • Croatia Airlines
  • Eurowings
  • LOT Polish Airlines
  • Luxair
  • Lufthansa
  • Lufthansa Private Jet
  • Swiss

Fahrten mit Lufthansa Express Rail, Lufthansa Express Bus und dem „Flugzug“ in der Schweiz werden nicht angerechnet. Gleiches gilt auch für Strecken mit Lufthansa Flugnummer, auf denen ein Bus eingesetzt wird. Es gelten natürlich nur Buchungsklassen, welche zum Meilensammeln berechtigen.

Wer die Qualifikation nicht schafft, hat nach Ablauf des Status dann 36 Monate für die gesammelten Prämienmeilen keinen Verfall zu fürchten. Ich will es zumindest erwähnen, dass der Status einmalig nach Ablauf für 500 Euro verlängert werden kann. Der Status gilt dann allerdings nur ein Jahr, im Gegensatz zur normalen Qualifikation über 35.000 Statusmeilen oder 30 Segmente.

Vorteile des FTL

Der Frequent Traveller Status ist die erste Stufe nach der blauen Karte und somit der niedrigste Status bei Lufthansa Miles & More. Die Kosten, um diesen Status zu erreichen, können sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Der schelle Weg ist mit einem First Class Flug z. B. nach Sao Paulo bei einem Preis um die 6.500 Euro. Bei einem Abflug im Ausland sind die Kosten des First Class Flugs noch reduzierbar. Dieser Flug gibt 18.279 Statusmeilen pro Strecke und nach dem Rückflug sind dann 36.558 Statusmeilen auf dem Statuszähler und die silberne Karte ist gesichert. Die Vorteile sind im Vergleich zum Senator oder HON Circle Status überschaubar. Trotzdem versuchen viele diesen Status zu erreichen. Ob es Sinn ergibt oder nicht werde ich hier nicht beleuchten, aber dazu wird es später ein Video geben. Auch wird es zum Thema Senator und HON Circle ein Video geben, aber dauert noch etwas. Jetzt aber zu den Vorteilen und warum die Leute den Lufthansa Miles & More Frequent Traveller Status anstreben.

Vorteil 1 | Business Class Check-In

Auf der Webseite wird als erster Vorteil die Statuskarte und der „hochwertige“ Kofferanhänger in Statusfarbe aufgezählt, aber das ist nun nicht wirklich so großartig. Deshalb überspringen wir diese beiden „Goodies“ und gehen auf den ersten fühlbaren Vorteil ein.

Der Check-In am Business Schalter unabhängig von der Buchungsklasse oder beim Priority Check-In Bereich z. B. in Frankfurt und München. Allerdings gilt hier wieder die Einschränkung, dass dies nur bei Linienflügen mit den Miles & More Airline Partnern Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, LOT Polish Airlines, Luxair, Lufthansa und Swiss funktioniert.

Vorteil 2 | Business Class Lounge Zugang

Die Business Class Lounge ist wohl einer der wichtigsten Vorteile des Frequent Traveller Status. Wohl auch einer der Magneten für diesen Status. Der Lounge Zugang ist kostenlos, aber auch hier gelten wieder die bekannten Einschränkungen des Fluges mit einem der Miles & More Partner Airlines. Die Lufthansa, Austrian, Swiss, Brussels Airlines und LOT Business Lounges an den Hubs stehen dann offen. Ebenfalls kann man die Welcome Lounge in Frankfurt, Swiss Arrival Lounge in Zürich nach dem Flug frequentieren.

Die Senator Lounges, First Class Lounges und das First Class Terminal bleiben aber weiterhin verschlossen. Dieses gilt für die Star Alliance Partnerlounges. Eine Begleitperson, auch Kinder unter 18 Jahren, darf nur gegen Zahlung in die Business Lounge. Die Preise liegen bei 25 bis 50 EUR. (mehr Informationen hier). Wer wissen will, ob es eine Lounge gibt und ob man Zugang hat, findet hier das Lufthansa Lounge-Verzeichnis. Den Link zu dem Eurowings Lounge-Verzeichnis findet ihr hier.

Vorteil 3 | Prämienmeilen verfallen nicht

Solange der Status gilt, verfallen die Meilen nicht. Normalerweise verfallen die Prämienmeilen am Quartalsende 36 Monate nach Erhalt.

Vorteil 4 | 25 % bis 50 % Executive Bonus

Diese Meilen bedürfen eines eigenen Videos, deshalb werde ich nur kurz hier drauf eingehen. Aber grundsätzlich gibt es bei den bekannten Airline Partnern durch den Executive Bonus 25 % mehr Status- und HON Circle Meilen sowie bis zu 25 % mehr Prämienmeilen.

Vorteil 5 | erhöhte Wartelistenpriorität

Mit dem Frequent Traveller Status hast du die dritthöchste Wartelisten Priorität, aber nicht für Upgrades und Prämienbuchungen. Nur der Senator und der HON Circle sind höher.

Vorteil 6 | erhöhte Freigepäckmenge

Auf Flügen der Miles & More Airline Partnern Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, LOT Polish Airlines, Luxair, Lufthansa und Swiss gibt es ein zusätzliches kostenloses Gepäckstück.

Economy Class: 2 Gepäckstücke bis zu je 23 kg

Premium Economy: 2 Gepäckstücke bis zu je 23 kg

Business Class: 2 Gepäckstücke bis zu je 32 kg

First Class: 3 Gepäckstücke bis zu je 32 kg

Die Regeln sind etwas verwirrend und gelten auch nicht bei den Star Alliance Partnern. Ganz wichtig ist auch, dass diese Regeln nicht bei den Light Tarifen der Lufthansa Group gelten. Hier sind die Regeln zum Nachlesen.

Vorteil 7 | rabattierte Miles & More Kreditkarte

Die Miles & More Frequent Traveller Kreditkarte ist die Miles & More Kreditkarte Gold, aber als Frequent Traveller gebrandet. Die Karte kostet normalerweise 110 Euro Jahresgebühr und in der „silbernen“ FTL Variante nur 65 Euro.

Was der Status nicht beinhaltet!

Es gibt einige Vorteile, die man nicht inkludiert hat, obwohl man diese fast erwarten könnte. Diese Einschränkungen des Frequent Traveller Status hebe ich hier gerne mal vor:

Die Lufthansa Miles & More Frequent Traveller Karte hat zwar das Star Alliance „Silver“ Logo auf der Karte, kommt man nur in die Business Class Lounges der direkten Lufthansa Partner Fluggesellschaften. Namentlich sind das Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, LOT Polish Airlines, Luxair, Lufthansa und Swiss. Die Senator Lounge, First Class Lounge oder das First Class Terminal sind tabu, außer man hat das entsprechende First Class Ticket in der Hand.

In die Business Class Lounge darf man auch kostenlos keine Gäste mitnehmen. Gegen Gebühr ist dies jedoch möglich.

Mit dem BASIC Tarif der Eurowings hat man keinen Zugang zur Lounge. Es muss mindesten der teurere Smart Tarif gebucht werden. Das Segment im Basic Tarif zählt jedoch zur Statusqualifikation oder Requalifikation.

Kein Priority Boarding als FTL, trotz der Möglichkeit beim Business Counter einzuchecken.

Eine der wichtigsten Einschränkungen ist der Lufthansa Group (Lufthansa, Swiss und Austrian) ist der Light Tarif, also nur mit Handgepäck. Unabhängig vom Status fallen immer Gepäckgebühren an. Dies gilt auch für die Lufthansa Senatoren und HON Circle Mitglieder.

Das zusätzliche Freigepäck gibt es nur bei Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, LOT Polish Airlines, Luxair, Lufthansa und Swiss. Bei den anderen Star Alliance Partnern gibt es das Freigepäck nicht.

Lufthansa Miles & More Status mit 35.000 Statusmeilen erfliegen

Mit Statusmeilen kann man den Status schnell und schmerzlos fliegen, aber es ist auch wesentlich teurer. Das Beispiel mit dem Flug in der First Class nach Sao Paulo hatte ich ja schon erwähnt. Es geht auch mit Flügen in der Business Class in den teureren Buchungsklassen innerhalb Europas, da gibt es 2.000 Statusmeilen je Segment als fixen Wert. Man kann Flüge verdoppeln in dem man nicht Hamburg – Wien fliegt, sondern Hamburg – Zürich – Wien, oder anstatt Wien auch Warschau einbaut. So bekommt man bei einem Hin- und Rückflug 8.000 Statusmeilen. So hat man den FTL nach 4,375 Flügen im Sack. Das ist aber eine der teureren Varianten.

Bei weltweiten Flügen richtet sich die Statusmeilengutschrift nach der Entfernung und wird mit der Buchungsklasse (25 % – 300 %) multipliziert. Die 25 % gibt es in der billigsten Economy Klasse und die 300 % gibt es in der First Class.

Lufthansa Miles & More Status mit 30 Segmenten erfliegen

Wer besonders viel mit billigen Tickets fliegt wird den Lufthansa Miles & More Frequent Traveller Status eher nicht mit Statusmeilen requalifizieren, da mit nur 125 Statusmeilen pro Strecke insgesamt 280 Segmente nötig wären. Da sind dann die 30 Segmente doch eine unheimliche Erleichterung. Schneller geht es, wenn man z. B. Hamburg – München nicht direkt fliegt, sondern Frankfurt in der Mitte einbaut. So kann man die Anzahl der Segmente mit geringen Kosten verdoppeln.

Hamburg – München sind 2 Segmente als Hin- und Rückflug, aber Hamburg – Frankfurt – München sind schon 4 Segmente als Hin- und Rückflug. Damit hat man den FTL mit 8 Reisen in der Tasche.

Günstige Segmente gibt es mit Eurowings im Sale oder eine günstige Möglichkeit sind Flüge in Polen mit dem Partner LOT.

Wichtig ist allerdings zu beachten, dass die Segmente nur zählen, wenn die Flüge meilenberechtigte Flüge mit den Lufthansa Partner Fluggesellschaften Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, LOT Polish Airlines, Luxair, Lufthansa und Swiss sind.

Corona Status Update:

Normalerweise ist der Zugang zur Senator Lounge als Frequent Traveller nicht möglich, aber wenn es eine Lounge gibt, welche allerdings geschlossen ist, dann darf man in die Senator Lounge.

Wenn der Status im Februar 2021 verfallen würde, wird dieser um 1 Jahr verlängert. Ansonsten soll es weiter kulante Lösungen geben.

Änderung der Qualifizierung (vorerst verschoben)

Ab Januar 2021 sollte die Möglichkeit über Statusmeilen den Status zu erlangen geändert werden und ein wesentlich einfacheres System von Punkten eingeführt werden. Dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

„Sie als Vielflieger und treuer Gast wissen um die herausfordernde Situation in unserer Industrie und kennen die Dynamik der aktuellen Lage, die immer wieder Anpassungen in unserem Angebot erfordert. Vor einigen Monaten haben wir Ihnen unser neues Statusprogramm vorgestellt, welches ab Januar 2022 in Kraft treten sollte.

Heute müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir den Start des neuen Vielfliegerprogramms nicht wie geplant umsetzen können. Das bedeutet für Sie, dass die jetzigen Programmbedingungen ihre Gültigkeit behalten. Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben, finden Sie die wichtigsten Antworten hier. Wir bitten um Ihr Verständnis und werden Sie selbstverständlich rechtzeitig informieren, sobald es Neuigkeiten gibt.“, Zitat Email von Lufthansa Miles & More.

Fazit:

Hier schließt sich der Kreis mit der abschließenden Frage:

Lohnt sich der Lufthansa Miles & More Frequent Traveller Status?

Wer den Frequent Traveller als Sprungbrett zum Senator oder sogar bis zum HON Circle nutzen will, kommt nicht daran vorbei. Wer aber sicher weiß, dass er nicht über den FTL hinauskommt, muss selbst entscheiden, ob er die Vorteile als so wichtig und wertvoll erachtet, um einige Flüge extra zu absolvieren. Wer den Status eh bekommt, sollte evtl. auch darüber nachdenken, dass es evtl. andere Fluggesellschaften bei der Star Alliance mit Goldkarte gibt, die nicht wesentlich mehr Flüge erfordern.

Den Loungezugang gibt es über den Priority Pass oder Dragon Pass auch, nur mal so als Gedankenstütze.

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